Triptane: Medikamente gegen Migräne

Triptane in Tablettenform: akute Behandlung von Kopfschmerzen und Migräne

Mit der Einführung der Triptane begann eine neue Ära der Behandlung von Migräne-Patienten. Die Tabletten sind für viele Betroffene eine geeignete Behandlungsmöglichkeit, die das Leben mit häufiger Migräne enorm erleichtern kann. So effektiv die Medikamente jedoch sind, die Einnahme kann einige Nebenwirkungen haben. Was Sie bei der Behandlung von Migräne mit Triptanen wissen müssen, erfahren Sie hier!

Triptane – Medikamente gegen Migräne und Cluster-Kopfschmerzen

Triptane sind speziell entwickelte Medikamente zur Akutbehandlung von Migräne und Cluster-Kopfschmerz.

Triptane kann man meist in Tabletten-Form kaufen, wobei einige Gruppen der Triptane auch als Zäpfchen, Nasenspray oder Ampullen erhältlich sind. Die Präparate sind so dosiert, dass eine einzelne Tablette oder ein Zäpfchen gegen die Schmerzen ausreichen. Auch bei sehr starken Migräne-Attacken, die mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen, können Triptane helfen und die Begleiterscheinungen von Migräne unterdrücken, weshalb sich die Einnahme von weiteren Medikamenten in den meisten Fällen erübrigt.

Anwendung von Triptanen bei einem Migräneanfall

Triptane sollten erst eingenommen werden, wenn die Kopfschmerzphase beginnt – dann jedoch am besten so rasch wie möglich. Während der Aura-Phase, die sich im Vorfeld bei vielen Patienten zeigt, sind die Triptane wirkungslos. Die Dosis der Migräne-Medikamente (Triptane) wird vom Arzt vorbestimmt. Nach Abklingen der Wirkung können bei einigen Patienten erneute Migräneschmerzen auftauchen. Gegen diesen sogenannten "Wiederkehrkopfschmerz" können Patienten, sofern die Startdosis niedrig war, eine erneute Migränetablette einnehmen. Vor der ersten Behandlung mit Triptane-Medikamenten sollte grundsätzlich eine ärztliche Voruntersuchung erfolgen.

Die Wirkungsweise von Triptanen

Die Migräne-Auslöser sind zahlreich, dennoch ist die eigentliche Ursache von Migräne bisher unklar. Als mögliche Erklärung wird häufig der schwankende Serotoninspiegel angesehen.

Der Botenstoff Serotonin ist unter anderem für die Signalübertragung im Zentralnervensystem verantwortlich und beeinflusst somit die Stimmung, den Schlaf-Wach-Rhythmus, den Appetit sowie die Schmerzwahrnehmung. Serotonin wird in den Blutplättchen (Thrombozyten), in den Nervenzellen und in den Zellen des Magen-Darm-Traktes gespeichert. Bei einer Migräne-Attacke wird mehr Serotonin im Blut freigesetzt als normalerweise.

Triptane imitieren die Eigenschaften des körpereigenen Botenstoffs Serotonin. Sie binden an die gleichen Rezeptoren von Nerven und Blutgefäßen. Konkret wirken Triptane dabei auf zweifache Weise:

  • Sie verengen erweiterte Blutgefäße in den Hirnhäuten.
  • Sie blockieren die Freisetzung von Neuropeptiden. Das sind Nerveneiweiße, die lokale Entzündungen an den Blutgefäßen des Gehirns auslösen können. Diese neurogenen Entzündungen stimulieren Schmerzimpulse, die ausstrahlen und so zu Migränekopfschmerz führen.

Durch diese beiden Effekte normalisieren Triptane die Nervenaktivität in verschiedenen Gehirnzentren und unterdrücken somit die Wahrnehmung von Schmerzreizen.

Wirkstoffgruppe der Migräne-Triptane

Zur Gruppe der Triptane zählen mittlerweile sieben verschiedene Substanzen, die in Deutschland auf dem Markt sind:

  • Sumatriptan
  • Naratriptan
  • Zolmitriptan
  • Almotriptan
  • Eletriptan
  • Rizatriptan
  • Frovatriptan

Die Wirkweisen der verschiedenen Triptan-Gruppen sind im Grunde gleich, jedoch setzt die Wirkung bei manchen schneller ein als bei anderen. Je nach Patient kann eine unterschiedliche Wirkgruppe empfohlen werden. Zum Beispiel wirkt Naratriptan etwas schlechter als Sumatriptan, dafür aber langfristiger; Rizatriptan ist stärker, kann jedoch auch mehr Nebenwirkungen haben.

Bis auf die zwei Substanzen Naratriptan und Almotriptan sind Migräne-Medikamente mit Triptanen verschreibungspflichtig.

Wann sollte man Triptane besser nicht einnehmen?

So vielversprechend die Behandlung mit Triptanen auch ist: Sie sind nicht für alle Migräne-Patienten geeignet. Folgende Einschränkungen müssen bei der Anwendung von Triptanen berücksichtigt werden:

  • Während der Auraphase ist es nicht sinnvoll, Triptane einzunehmen, da sie die Symptome der Auraphase nicht direkt beeinflussen können.
  • Bei Herzkrankheiten, Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck, Leber- oder Nierenerkrankungen dürfen Triptane aufgrund ihrer gefäßverengenden Eigenschaften auf keinen Fall eingenommen werden.
  • Auch für Patienten ab einem Alter von 65 Jahren sowie für Kinder unter 12 Jahren sind diese Medikamente ungeeignet. Ausnahmen sind nur mit ärztlicher Einwilligung möglich.
  • Auf keinen Fall dürfen Triptane mit Ergotamin (einem Kopfschmerz-Medikament) kombiniert werden, da beide Wirkstoffe zu Gefäßverengungen führen.

Des Weiteren sollten Betroffene, die sehr häufig an Migräne leiden, nicht sofort eine Tablette einnehmen. Denn als Faustregel gilt, dass man nicht öfter als zehn Mal pro Monat zu Triptanen greifen sollte. Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich infolge des übermäßigen Gebrauchs ein Dauerkopfschmerz einstellt.

Triptane: Nebenwirkungen nicht unterschätzen

Nebenwirkungen sind zwar in der Regel nur schwach ausgeprägt und verschwinden von selbst innerhalb von etwa 30 Minuten, jedoch können sie trotzdem durch Triptane auftreten. Die häufigsten Nebenwirkungen von Triptanen sind:

  • Müdigkeit
  • Schwächegefühl
  • Herzdruckgefühl
  • Kribbeln
  • Wärme- oder Hitzegefühl
  • leichte Übelkeit
  • Engegefühl in Brust oder Halsbereich (selten)

In der Schwangerschaft und in der Stillzeit ist die Anwendung der Triptane unbedingt mit einem Arzt abzuklären. Neue Studien konnten zwar keine Hinweise dafür finden, dass Triptane (insbesondere Sumatriptan und Naratriptan) negative Auswirkungen auf das Ungeborene habeni, jedoch ist es in jedem Fall sinnvoll, sich vom Frauenarzt beraten zu lassen. Er ist bezüglich der Forschungslage immer auf dem neuesten Stand und kann auch alternative Behandlungsmethoden empfehlen.

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iDeutsche Apothekerzeitung (2014): Triptane sicher für Schwangere. Abgerufen unter: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/daz-az/2014/daz-35-2014/triptane-sicher-fuer-schwangere (Stand: 17.07.2017).