Migräne bei Kindern und Jugendlichen

Kind mit starken Kopfschmerzen: Migräne bei Kindern mit Begleitsymptomen Bauchschmerzen und Übelkeit

Auch Kinder sind von starken Kopfschmerzen oder Migräne betroffen, sogar häufiger als Erwachsene. Schon im 3. Lebensjahr können die Symptome auftreten. Sie äußern sich ähnlich wie bei den Erwachsenen, haben aber einige Besonderheiten.






Wenn Kinder unter Migräne leiden

Heutzutage haben rund 90 % der Kinder bis zum 12. Lebensjahr Erfahrungen mit Kopfschmerzen und Migräne gemacht. Bis zur Pubertät gibt es keinen geschlechtsspezifischen Unterschied, doch ab elf Jahren sind mehr Mädchen betroffen, als Jungen. Diese Prozentzahlen im Vergleich zu vergangenen Jahren sind wesentlich höher. Die Gründe dafür bleiben unklar. Entweder hängt es mit den Lebensumständen der Kinder zusammen, oder damit, dass sich früher Eltern und Ärzte wenig Gedanken über Kinder-Migräne gemacht haben.

Symptome der Migräne bei Kindern

Die Migräne-Attacken bei den Kindern dauern eine bis sechs Stunden und sind oft von Bauchschmerzen, Übelkeit oder Erbrechen begleitet. Es kommt vor, dass die Kinder während der Attacke einschlafen und ohne Beschwerden aufwachen. Die Migräne äußert sich in verschiedenen Varianten. Von einer „Migräne-Vorstufe“ spricht man, wenn die Kinder unter Schwindelattacken mit Übelkeit und Erbrechen leidet, aber keine Kopfschmerzen empfindet. Später können sich diese Symptome zu einer Migräne entwickeln. Die abdominelle Migräne verläuft auch ohne Kopfschmerzen - das Kind klagt morgens über Übelkeit und erbricht kurz danach.

Die Kopfschmerzen sind nicht auf die eine Seite konzentriert, sondern breiten sich über die ganze Stirn und beide Schläfen der Kinder aus. Es ist eher selten, aber nicht ausgeschlossen, dass die Migräne-Symptome von einer Aura begleitet sind - Lichtblitze, Flimmersehen, Sprachstörungen, Halluzinationen (Alice-im-Wunderland-Syndrom) usw.

Ursachen und Auslöser von Migräne bei Kindern und Jugendlichen

Einer der Hauptgründe, wieso Kinder und Jugendliche unter Migräne und starken Kopfschmerzen leiden, ist der hohe Schulstress und Leistungsdruck. Schlafmangel, falsche Ernährung und exzessive sportliche Aktivitäten zählen auch zu den häufigsten Ursachen. Kinder verbringen oft lange Zeit vor dem Fernseher oder Computer und hören laute Musik, was eindeutig migränefördernde Faktoren sind.

Migräne bei Kindern und Jugendlichen: Therapie und Vorbeugung

Eine nichtmedikamentöse Therapie ist für die Kinder empfehlenswert. Wenn sie aber nicht hilft, ist es am besten, einen Arzt zu konsultieren bevor man dem Kind Arzneimittel gibt. Es ist wichtig, dass sich das Kind in einem abgedunkelten, ruhigen Raum hinlegt und versucht zu schlafen. Schmerzlindernd sind kalte Kompressen auf der Stirn und Pfefferminzöl, eingerieben an Schläfe oder Scheitel und Nacken. Man sollte bei kleineren Kindern darauf achten, dass das Pfefferminzöl nicht in Kontakt mit den Augen kommt, da dies zu Reizungen führt.

Wenn keine Hausmittel helfen, sind für die kleinen Patienten Medikamente mit Ibuprofen oder Paracetamol gut geeignet. Acetylsalizylsäure sollte man vermeiden.

Man sollte am besten einige goldene Regeln beachten, damit es gar nicht zu Kopfschmerzen oder Migräne kommt:

  • regelmäßige Ess-und Schlafzeiten
  • ausreichende Bewegung
  • gesunde Ernährung
 So wird das Kind dann gegenüber dem psychischen Stress resistenter, sei es in der Schule oder Familie.

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