Migräne: Ursachen und mögliche Triggerfaktoren

1. Februar 2021
7 Min.
Junge Frau fasst sich an den Kopf, da sie unter starker Migräne leidet und nach dem Auslöser dafür sucht.

Weltweit leiden 10 bis 15 Prozent aller Erwachsenen unter Migräne.1 Trotzdem gibt die Krankheit noch viele Rätsel auf. So sind beispielsweise die Ursachen der Migräne nicht abschließend geklärt. Bekannt ist jedoch, dass es sogenannte Triggerfaktoren gibt, die mitunter eine Migräneattacke auslösen. Doch welche sind das genau? Und wie können Betroffene individuelle Migränetrigger erkennen?

Überblick:


Häufige Fragen zu Ursachen & Auslösern von Migräne

Wie entsteht Migräne?

Die genaue Ursache der Migräne ist noch nicht abschließend geklärt. Vermutlich spielen eine genetische Veranlagung in Kombination mit anderen Einflüssen (wie eine veränderte Reizverarbeitung im Gehirn) eine Rolle.

Wodurch wird eine Migräneattacke ausgelöst?

Bestimmte Reize und Faktoren (sogenannte Triggerfaktoren) stehen im Verdacht, Migräneanfälle hervorzurufen. Patienten nennen als Trigger häufig Stress, Hormonschwankungen, Lärm oder einzelne Nahrungsmittel.

Wie lassen sich Triggerfaktoren erkennen?

Das gewissenhafte Führen eines Migränekalenders hilft bei der Ermittlung und späteren Vermeidung von Triggern.


Wie entsteht Migräne?

Migräne ist mehr als nur einfaches Kopfweh. Es handelt sich dabei um eine neurologische (das Nervensystem betreffende) Erkrankung, welche typischerweise mit starken, meist einseitigen Kopfschmerzen einhergeht und phasenweise auftritt. Zudem sind Begleitsymptome wie Übelkeit und Geräuschempfindlichkeit charakteristisch für eine Migräne.

Warum manche Menschen unter Migräne leiden und andere nicht, ist noch nicht endgültig erforscht. Vermutlich spielt eine gewisse genetische Veranlagung eine Rolle, da Migräne oft familiär gehäuft auftritt.2 Zudem gibt beziehungsweise gab es in der Vergangenheit folgende Erklärungsansätze:

  • Für lange Zeit vermuteten Experten, dass der Grund für einen Migräneanfall in einer zu geringen Durchblutung liegt, da während der Kopfschmerzen ein reduzierter Blutfluss im Gehirn besteht. Diese Annahme gilt mittlerweile aber als widerlegt.1
  • Nach einer anderen Vermutung könnten die starken Kopfschmerzattacken womöglich auf eine gestörte Reizverarbeitung im Gehirn der Betroffenen zurückzuführen sein.3
  • Auch eine erhöhte Aktivität bestimmter Regionen im Hirnstamm und Mittelhirn wird als Ursache für Migräne diskutiert. Dadurch werden mutmaßlich bestimmte Äste des Trigeminusnervs (ein Hirnnerv) aktiviert, die wiederrum schmerzhafte Entzündungen an Blutgefäßen der Hirnhaut und dem umliegenden Nervengewebe auslösen.2
  • Gegenstand der Migräneforschung ist auch, ob die Höhe des Serotoninspiegels (Neurotransmitter, der unter anderem auf das Schmerzempfinden einwirkt) beim Entstehen einer Migräne eine Rolle spielen könnte.4

Letztendlich wurde jedoch keine dieser Vermutungen abschließend belegt und es bedarf weiterer Forschungen zur umfassenden Klärung der Migräne-Ursachen.


Typische Trigger: Was kann Migräne auslösen?

Migränetrigger bezeichnen verschiedene Einflüsse oder Faktoren, die eine Migräneattacke hervorrufen können. Sie sind nicht als Ursache der Migräne, sondern eher als „Anstoßer” zu verstehen. Migränetrigger sind von Patient zu Patient unterschiedlich und ändern sich möglicherweise mit der Zeit (ein Trigger fällt weg, ein anderer kommt vielleicht hinzu) oder führen in Kombination miteinander zu einer Migräne. Denkbare Trigger sind beispielsweise:

  • Stress und psychische Belastungen (durch Arbeit, Familie oder anderes)
  • Stressabfall/Beginn der Entspannungsphase (Urlaubsreise oder Wochenende)
  • allergische Reaktionen (unter anderem auf Lebensmittel)
  • gestörter Schlaf-Wach-Rhythmus (geänderte Schlafenszeiten, zu viel oder zu wenig Schlaf)
  • niedriger oder erhöhter Blutdruck
  • hormonelle Schwankungen (beispielsweise vor, während und nach der Menstruation)
  • Überanstrengung durch körperliche Aktivitäten
  • Flüssigkeitsmangel
  • bestimmte Nahrungsmittel, die beispielsweise Geschmacksverstärker wie Glutamat (in vielen Fertigprodukten) oder künstliche Süßstoffe wie Aspartam (etwa in Softdrinks oder Light-Produkten) enthalten
  • verändertes Essverhalten (wie das Auslassen einer Mahlzeit im Rahmen einer Diät oder Fastenkur)
  • Alkohol
  • hoher Konsum von koffeinhaltigen Getränken
  • Zigarettenrauch (Raucher wie Passivraucher)
  • Medikamente (beispielsweise Anti-Baby-Pille)
  • Wetterverhältnisse (zum Beispiel Luftdruckänderungen, starke Temperaturschwankungen, Föhn)
  • Licht- und Lärmreize (unter anderem durch Fernseher oder Computer)
  • intensive Gerüche (etwa ein Parfum oder Putzmittel)


Wie erkennen Sie individuelle Migräneauslöser?

Frau massiert sich den schmerzenden Nacken, da sie unter Problemen der Halswirbelsäule leidet, welche möglicherweise die Auslöser für ihre Migräne darstellen.

Um Ihre persönlichen Trigger herauszufinden, sollten Sie einen Migränekalender führen. In diesen tragen Sie verschiedenste Informationen möglichst detailliert ein, zum Beispiel den Zeitpunkt, die Dauer und Stärke der Migräneattacke sowie denkbare Trigger.

So können Sie bei einer lückenlosen Erfassung Rückschlüsse auf mögliche Auslöser ziehen, um diese künftig – sofern möglich – zu vermeiden oder zu verringern. Zudem sind die Daten im Migränekalender für den behandelnden Arzt hilfreich, um nach umfassender Diagnose Ihre Migräne zielführend behandeln zu können.

Gut zu wissen

Es funktioniert nicht immer, konkrete Trigger für eine Migräneattacke herauszufinden. Oft ist auch unklar, ob ein Faktor tatsächlich der Auslöser war oder nur zufällig zeitgleich aufgetreten ist (zum Beispiel ein Wetterumschwung). Daher geben einige Experten den Tipp, sich trotz der starken Beschwerden nicht zu sehr auf denkbare Trigger zu konzentrieren und das Leben möglichst uneingeschränkt zu genießen.

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Pauline Zäh
Redakteur/in