Migräne vorbeugen – so gelingt es!

Mann beim Joggen: mit Sport Migräne vorbeugen

Wie in einen Schraubstock eingezwängt, der immer fester gezogen wird – so empfinden Migränepatienten häufig die plötzlich auftretenden Schmerzattacken. Nicht umsonst wird Migräne häufig als „Gewitter im Kopf“ bezeichnet. Aber auch Symptome wie Schwindel, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit können dazukommen. Die Ursachen für die Turbulenzen im Kopf sind bisher nicht ausreichend bekannt, weshalb Migräne auch als nicht heilbar gilt. Es gibt jedoch einige Möglichkeiten, um Migräne vorzubeugen. Hier finden Sie wertvolle Tipps zur Migräneprophylaxe.

Warum hämmert und dröhnt der Kopf?

Die genaue Ursache von Migräne ist bisher nicht bekannt. Als eine mögliche Ursache gilt jedoch eine Störung im Serotoninhaushalt. Serotonin, im Volksmund auch als Glückshormon bekannt, ist ein Botenstoff des Gehirns, der unter anderem unsere Stimmung beeinflusst, aber auch an der Entstehung von Schmerz beteiligt ist. Forscher vermuten, dass ein zu hoher Serotoninspiegel im Blutkreislauf Migräneattacken auslöst.

Aber auch genetische Faktoren können eine mögliche Ursache von Migräne sein. Fest steht nur, dass es verschiedene Auslöser (Trigger) für Kopfschmerzen gibt, die sich von Mensch zu Mensch unterscheiden. Zu den häufigsten Faktoren, die Migräne fördern, zählen:


  • Schlafmangel
  • Stress (oder das Nachlassen von Stress)
  • unregelmäßige oder unausgewogene Ernährung
  • Hormonschwankungen (zum Beispiel die Anti-Baby-Pille)
  • Bewegungsmangel
  • Wetterumschwung
Die beste Migräneprophylaxe ist deshalb, den individuellen Auslöser der Migräneanfälle herauszufinden, um diesem langfristig vorzubeugen. Hierfür kann ein Migränekalender hilfreich sein. Darin werden bei jeder erneuten Attacke die Art und Stärke der Kopfschmerzen sowie mögliche Auslöser notiert.

Wichtig:

Betroffene, die häufig unter heftigen Kopfschmerzen leiden, sollten unbedingt einen Arzt aufsuchen. Dieser diagnostiziert, ob es sich um Migräne oder andere Kopfschmerzen handelt. Da auch ernsthafte Erkrankungen (zum Beispiel ein Gehirntumor) Kopfschmerzen verursachen können, veranlasst der Arzt eventuell weitere Untersuchungen, um diese auszuschließen.

7 Tipps zur Migräne-Vorbeugung

Sind die individuellen Auslöser der Migräneattacken nicht bekannt, können folgende verhaltenstherapeutische Maßnahmen geeignet sein, um Migräne vorzubeugen. Auch diese zielen darauf ab, die häufigsten Auslöser von Migräne im Alltag zu vermeiden.

  1. Gesund und regelmäßig essen: Vor allem unregelmäßiges Essen zu unterschiedlichen Zeiten kann zu einer Unterzuckerung und damit zu Migräneattacken führen. Das Einhalten regelmäßiger Essenszeiten hilft, Migräne vorzubeugen. Eine besonders wichtige Mahlzeit, die nicht ausgelassen werden sollte, ist das Frühstück. Denn über Nacht wird der Kohlenhydratspeicher der Nervenzellen aufgebraucht, den es wieder aufzufüllen gilt.

  2. Gleichmäßiger Schlafrhythmus: Genauso wichtig wie das Einhalten von Essenszeiten, ist auch das Einhalten der Schlafzeiten. Häufig pocht der Kopf vor allem am Wochenende, wenn wir zu lange schlafen. Deshalb ein guter Tipp: Den Wecker auch am Wochenende auf dieselbe Uhrzeit wie unter der Woche stellen. Zugegeben, das ist nicht unbedingt leicht: Aber nach einem ausgiebigen Frühstück zur gewohnten Zeit, können sich die Frühaufsteher mit einem guten Buch wieder ins Bett legen.

  3. Stress reduzieren – Migräne vorbeugen: Vor allem psychische Belastung und Stress schlagen häufig auf den Kopf. Stress ist im Alltag zwar nicht immer vermeidbar, der Umgang mit Stress kann jedoch erlernt werden. So sollten Betroffene zur Migräneprophylaxe für regelmäßige Ruhephasen sorgen. Ob Yoga, autogenes Training oder einfach eine halbe Stunde Musik hören ist dabei egal – wichtig ist nur, kurz abzuschalten.

  4. Auf Alkohol und Zigaretten verzichten: Rauchen und häufiger Alkoholkonsum steigern die Häufigkeit von Migräne. Deshalb sollten Patienten auf die Genussmittel verzichten oder den Konsum zumindest reduzieren. Ebenfalls sollten verqualmte Räume gemieden werden, denn auch das Passivrauchen fördert Migräne.

  5. Lichtreize meiden: Sehr grelles Licht, vor allem aber der ständige Wechsel von dunkel und hell, kann ebenfalls Migräne auslösen. Deshalb ist das Tragen einer Sonnenbrille an sonnigen Tagen eine gute Möglichkeit, um Migräne vorzubeugen.

  6. Bewegung an der frischen Luft: Sauerstoff tanken und den Kreislauf in Schwung bringen –regelmäßige Bewegung im Freien wie Wandern oder Fahrradfahren macht den Kopf frei. Ausdauertraining hat einen ähnlichen Effekt wie Entspannungsübungen.

  7. Viel trinken gegen Migräne: Mediziner gehen davon aus, dass auch Flüssigkeitsmangel ein Auslöser für Migräne ist und ausreichend Flüssigkeit Kopfschmerzen lindert. Eine Studie aus dem Jahr 2011 empfiehlt, zusätzlich zu den empfohlenen zwei Litern, noch weitere eineinhalb Liter Wasser am Tag zu trinken. Dadurch können Kopfschmerzen deutlich gelindert werden.

Migräne vorbeugen: mit Medikamenten und pflanzlichen Mitteln

Bei Menschen, die regelmäßig an heftiger Migräne leiden und dadurch in ihrer Lebensqualität eingeschränkt werden, kann der Arzt auch Medikamente verschreiben, die Migräne vorbeugen. Eine solche Behandlung zur Migräneprophylaxe erfolgt häufig mit sogenannten Betablockern, zum Beispiel Metoprolol oder Propranolol, die eigentlich zur Blutdrucksenkung gedacht sind, aber auch Migräneattacken verhindern können. Gelegentlich verschreibt der Arzt auch Mittel gegen Epilepsie wie Valproinsäure oder Topiramat.

Aber auch eine Therapie mit natürlichen Mitteln kommt zur Migräneprophylaxe infrage. Bewährt hat sich beispielsweise ein Extrakt aus der Heilpflanze Pestwurz gegen Migräne. Aber auch Magnesiumtabletten können entkrampfend wirken und somit Kopfschmerzen lindern.

Wichtiger Hinweis zu Pestwurz:

Die Pflanze sollte nicht selbst zu Tee verarbeitet werden, sondern nur industriell hergestellte Extrakte aus der Apotheke getrunken werden. Bestimmte Inhaltsstoffe der Pflanze wirken nämlich leberschädigend und möglicherweise krebserzeugend. Für Fertigpräparate und Extrakte aus der Apotheke werden kontrolliert angebaute Pflanzen verwendet, die außerdem durch spezielle Extraktionsverfahren von diesen Inhaltsstoffen befreit werden.

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